Die Lehrfahrt startete am Samstag, 20. Juni 2026 mit dem Bus ins Altmühltal. Erste Station war die Privatbrauerei Schattenhofer in Beilngries. Bei einer fachkundigen Führung durch das Sudhaus und die Lagerkeller erhielten die Teilnehmer tiefe Einblicke in die traditionelle Braukunst des Altmühltals. Thematisiert wurden auch die regionalen Rohstoffe und der Spagat zwischen handwerklicher Tradition und moderner Abfülltechnik. Mittags traf sich die Gruppe im Biergarten der Brauerei zu frisch gezapftem Schattenhofer-Bier.

Der Nachmittag, mit Temperaturen von 34 Grad Celsius, stand ganz im Zeichen der Forstwirtschaft und Praxisnähe. Die Gruppe fuhr weiter zu den Gebrüdern Riepl nach Thann zu einem intensiven Waldbegang. Die Brüder Alexander und Herbert Riepl sind in der bayerischen Forstszene Vorreiter und Praktiker. Ihr forstliches Wirken zeichnet sich durch einen extrem konsequenten und ganzheitlichen Ansatz aus, der bundesweit Beachtung findet. Sie sind Staatspreisträger für vorbildliche Walbewirtschaftung.
Die Brüder kamen ursprünglich als reine Waldbesitzer zur Forstwirtschaft. Sie erkannten schnell, dass sie den Faktor Jagd selbst in die Hand nehmen müssen um den Wald ohne Zäune zu verjüngen. Sie machten die Jagdprüfung, pachteten das Jagdrevier selbst und integrierten die Bejagung direkt in ihr forstliches Konzept.
Vor Ort wurden konkrete Praxisbeispiele zur Naturverjüngung, zur Auswahl zukunftsfähiger Baumsorten sowie zum aktuellen Zustand der Waldbestände in der Region diskutiert. Damit der Waldumbau – besonders im Hinblick auf den Klimawandel – gelingt, betonen die Riepls, dass Jagd und Forstwirtschaft Hand in Hand gehen müssen. Nur durch einen angepassten Wildbestand können die natürlichen Samen der Altbäume zu einem widerstandsfähigen Mischwald heranwachsen, ganz ohne Zäune. Während des Waldbegangs fand ein intensiver fachlicher Austausch rund um das Thema Naturverjüngung statt. Ein Highlight der Führung war der direkte Praxischeck im Bestand. Die Brüder luden die Teilnehmer ein, selbst auf die Suche nach frisch gekeimten Bäumchen zu gehen und mit den ausgeteilten Markierstäben zu kennzeichnen. Mit einem herzlichen Dank an die Gebrüder Riepl endet der intensive Nachmittag im Wald von Thann. Der Waldbegang liefert wertvolle Einblicke in die Praxis.

Zum Abschluss eines sehr heißen, ereignisreichen und sehr informativen Tages steuerte der Bus Herrnwahlthann an. In der urigen Gaststube des traditionsreichen Stanglbräu fand die Lehrfahrt ihren Ausklang.